Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen – Orientierung für die Zukunft der Wärme
Die Stadt Schleiden hat ihre Kommunale Wärmeplanung erfolgreich abgeschlossen. Die Wärmeplanung wurde gemeinsam mit dem Team Wärmewende der e-regio GmbH & Co. KG gemäß den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes erstellt und bildet eine zentrale Grundlage für zukünftige energiepolitische Entscheidungen der Stadt. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis spätestens 2045 klimaneutral zu gestalten und gleichzeitig den Energiebedarf deutlich zu reduzieren.
Was bedeutet das Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger?
Die Kommunale Wärmeplanung schafft Transparenz und Orientierung, begründet jedoch keine unmittelbaren Verpflichtungen für Eigentümerinnen und Eigentümer. Sie zeigt auf, welche Wärmeversorgungsarten in den einzelnen Stadtbereichen langfristig besonders geeignet sind und unterstützt damit fundierte Entscheidungen bei anstehenden Sanierungen oder Heizungswechseln. Das Zielbild der Wärmeplanung zeigt, wie sich die Wärmeversorgung bis 2045 entwickeln könnte. In der Karte werden Gebiete dargestellt, die sich voraussichtlich für unterschiedliche Versorgungsformen eignen.
Zentrale Ergebnisse der Wärmeplanung
Die Analysen zeigen, dass sich die Stadt Schleiden durch eine heterogene Siedlungsstruktur auszeichnet. In weiten Teilen des Stadtgebiets sind dezentrale Wärmeversorgungslösungen, insbesondere Wärmepumpen, langfristig besonders geeignet. Gleichzeitig wurden Teilgebiete identifiziert, in denen perspektivisch auch zentrale Lösungen wie Wärmenetze sinnvoll sein können und weiter vertieft werden sollen.
Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung wurden mehrere Fokusgebiete festgelegt, die aufgrund ihrer strukturellen Unterschiede exemplarisch für verschiedene Teile des Stadtgebiets stehen. Ziel ist es, typische Ausgangslagen abzubilden und daraus Erkenntnisse abzuleiten, die grundsätzlich auf andere, ähnlich strukturierte Ortsteile übertragbar sind.
Folgende 4 Fokusgebiete haben sich herauskristallisiert:
- Stadtkern & Olef: Für den Stadtkern und den Ortsteil Olef ist ein schrittweises Vorgehen vorgesehen. Zunächst soll ein strukturierter Austausch mit lokalen Unternehmen erfolgen, um Abwärmepotenziale zu konkretisieren und das Interesse an einem möglichen Wärmenetzanschluss zu bündeln. Darauf aufbauend sind ein Vorkonzept sowie – bei geeigneten Rahmenbedingungen – weiterführende Machbarkeitsanalysen für ein Wärmenetz vorgesehen. Ergänzend wird die Nutzung von Abwasserwärme der Kläranlage geprüft.
- Gemünd: Für den Ortsteil Gemünd sind Vorstudien zu lokalen Abwärmequellen und deren mögliche Einbindung in einen Wärmeverbund vorgesehen. Ergänzend wird die Nutzung der Urft mittels Flusswärmepumpe geprüft. Weitere Prüfbausteine betreffen die oberflächennahe Geothermie sowie Maßnahmen zur Sensibilisierung von Gewerbebetrieben für Abwärmepotenziale.
- Bronsfeld: Bronsfeld steht stellvertretend für ländlich geprägte Ortsteile ohne Gasanschluss. Im Fokus stehen die technisch-wirtschaftliche Bewertung gemeinschaftlich genutzter dezentraler Energiesysteme sowie die Prüfung der Eignung des Stromnetzes für einen verstärkten Einsatz von Wärmepumpenlösungen.
- Dreiborn: Dreiborn wurde stellvertretend für ländlich geprägte Ortsteile mit bestehendem Gasanschluss und vergleichsweise gut ausgebauter Infrastruktur betrachtet, die durch eine überwiegend aus Ein- und Zweifamilienhäusern bestehende Bebauung sowie kommunale Einrichtungen geprägt sind. Vorgesehen sind die Prüfung eines Quartiersspeichers für Wärme und Strom sowie eine technisch-wirtschaftliche Bewertung alternativer Versorgungslösungen zum bestehenden Gasnetz. Ergänzend werden weitere Potenziale erneuerbarer Energien untersucht.
Ergänzend dazu wurden gemeindeweite Handlungsansätze entwickelt, die unabhängig von einzelnen Gebieten wirken. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen zur Bereitstellung von Informations- und Beratungsangeboten zu energetischer Sanierung und Fördermöglichkeiten.
Übergreifend zeigt das entwickelte Zielszenario:
- Der Endenergiebedarf für Wärme kann bis 2045 um rund 44 % reduziert werden.
- Die Treibhausgasemissionen sinken von etwa 33 kt CO₂-Äquivalent (2022) auf rund 3 kt CO₂-Äquivalent (2045) – eine Reduktion von knapp 91 %.
- Künftig dominieren Fernwärme, Strom (v. a. Wärmepumpen) und Biomasse die Wärmeversorgung.
Ausblick: Wie geht es nun weiter?
Mit dem Abschluss der Planung beginnt nun die Umsetzungsphase. Dafür wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog erarbeitet, der organisatorische, kommunikative und strategische Maßnahmen umfasst – von Informationsangeboten für Bürgerinnen und Bürger über die Einrichtung koordinierender Strukturen bis hin zu weiterführenden technischen Untersuchungen.
Die Kommunale Wärmeplanung wird zudem regelmäßig fortgeschrieben. Ein Monitoring- und Controllingsystem stellt sicher, dass Fortschritte überprüft und Maßnahmen bei Bedarf angepasst werden können.
Transparenz für alle: Veröffentlichung der Planungsunterlagen
Die vollständigen Ergebnisse, inklusive Kartenmaterial, Zielbild, Fokusgebiete und Szenarien, sind über das Wärmeportal einsehbar. Dort können Bürgerinnen und Bürger prüfen, welche langfristigen Wärmelösungen in ihrem Wohngebiet perspektivisch sinnvoll sind. Die Unterlagen werden fortlaufend aktualisiert, sobald neue Erkenntnisse oder Entwicklungen vorliegen.
Beratung und weiterführende Informationen
Für individuelle Fragen rund um energetische Sanierung, Heizungsmodernisierung und Fördermöglichkeiten stehen qualifizierte Energieberatungsangebote zur Verfügung. Eine Übersicht zertifizierter Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten ist über die bundesweite Expertenliste abrufbar. Ergänzend bietet der Heizungswegweiser eine erste Orientierung zu passenden Heiztechnologien in Abhängigkeit von Gebäudetyp und Standort. Beide Angebote unterstützen dabei, fundierte und zukunftssichere Entscheidungen zu treffen.
